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Kenia - Urlaub zum Wohlfühlen und Nachdenken

 Von einem meiner schönsten Urlaube bin ich im März 2001 zurückgekommen und da ich ganz hingerissen war, möchte ich versuchen, Euch dieses Land etwas näherzubringen.

Von Deutschland aus kann man mittlerweile in 8-9 Stunden Flugzeit mitten ins Paradies fliegen.
Leider hat Kenia seit dem 01.März 2001 wieder die Visapflicht für deutsche Staatsbürger eingeführt, die Formalitäten durchläuft man problemlos, sollte jedoch die Kosten von 50,00 USD pro Person mit ins Budget einplanen.
Vorweg möchte ich noch betonen : nach Kenia fliegt man nicht wegen der Kultur, sondern wegen der wunderschönen Landschaften und der Tiere.

In Mombasa angekommen, ist man erst einmal schockiert : die Armut, die einem aus den Slums entgegenschaut, sobald man den Flughafen verlassen hat, ist für uns einfach unvorstellbar.
Ich habe einmal gelesen, das man sich in diese Stadt verlieben kann - ehrlich, ich hab's nicht geschafft. Dreckig, stinkend und doch trotzdem mit Charme, voller quirliger Menschen und pulsierend - man kann kein Pauschalurteil abgeben - jeder muß für sich entscheiden.
Durch Mombasa gings dann in Richtung Fähre an die Südküste (die Überfahrt gemeinsam mit 10-20 Kleintransportern, ca 80-100 Fahrrädern und zu jeder Tageszeit ca. 300-400 Menschen auf einer viel zu kleinen Fähre, ist an sich schon ein Erlebnis).

Die Diani Beach ca. 1 Stunde Fahrtzeit südlich von Mombasa zählt zu den schönsten Stränden, die ich kennenlernen durfte.
Nachdem was uns von vielen Leuten erzählt wurde, ist im Gegensatz zur Nordküste Kenias (mehr touristische Aktivitäten - toll für Sportbegeisterte) die Südküste noch etwas familiärer und hat eine Menge Charme.
Ich möchte hier die gängigen Klischees bemühen - strahlendweißer Strand mit Palmen, ein Riff direkt vor der Küste - ideal zum Glasbodenboot fahren, schnorcheln und tauchen.
Hier kann man herrlich relaxen, sich einfach nur wohlfühlen und die Seele baumeln lassen.
Die meisten Hotels dort bieten 3-4 Sterne und sind einfach traumhaft.
Allerdings kann man auch in selber gemieteten Hütten und Bungalows (aber meist ohne Pool) zum kleinen Preis Urlaub machen.
Außerhalb der Hotelanlagen gibt es ein paar Restaurants, Bar's und Diskos - auch ein Casino findet man.
Ganz zu schweigen von den hunderten Souvenirläden, Reisebüros,Bank, einem Juwlier und einer Schlangenfarm.


Wenn man einmal hinter die Kulissen des Torismusgeschäftes sehen möchte, gibt es auch sehr viele nette und freundliche Einheimische, die einen herzlich zu sich einladen und mal in die "Wohnstube" schauen lassen.
Dort entdeckt man dann das "andere" Afrika: sehr, sehr viel Armut, zum Teil auch noch hungernde Menschen, Elend und aber auch viel Geschäftstüchtigkeit.
Aufdringlich ist niemand, Kenianer sind sehr stolz, aber ein paar Kenia-Schilling für den Besuch sind stillschweigendes übereinkommen und oft bitter nötig.
Wenn man auf solchen Exkursionen nur ein bisschen Geld mitnimmt und nicht mit Schmuck und der teuersten Photoausrüstung protzt, lernt man sehr liebe und nette Menschen kennen.

An den Hotelstränden sollte man allerdings ein wenig achtgeben, die "Beach Boys" sind nett, aber furchtbar gerissen.
Von dem der neu ankommt und noch nicht gebräunt ist, wird gern einmal ein völlig überhöhter Preis für die schönen Holzschnitzarbeiten und Tücher verlangt, ein gesundes Misstrauen ist daher am Anfang angebracht.

Alles in allem war es ein wunderschöner Urlaub für mich, allerdings habe ich es auch vermieden, mich all zu sehr in die politische Realität des Landes und das Elend der Menschen zu vertiefen. Dies zur Bedingung kann ein "normaler" Mitteleuropäer sich dort richtig wohlfühlen und seinen Urlaub geniessen.
Sehr zu empfehlen ist das LTI Hotel Kaskazi Beach - nicht das nobelste Hotel dort, aber Klasse Service und sehr nettes Ambiente. 

 

Safari im Tsavo Nationalpark - Balsam für die Seele 


Der Tsavo Nationalpark ist mit seinen über 11.600 Quadratkilometern der größte Nationalpark Kenias und aufgrund seiner geographischen Gegebenheiten und Besonderheiten in zwei Teile geteilt. Tsavo West und Tsavo Ost werden durch die Autobahn und die Bahnlinie von Mombasa nach Nairobi abgegrenzt.

Tsavo West bietet eine abwechslungsreiche Landschaftsgestaltung mit erkalteten Lavafeldern, schwarzer Erde und teilweise mondähnlichen Landschaften. Aber auch eine sprudelnde Quelle findet man dort, die halb Kenia, zumindest aber Nairobi und Mombasa mit ihren Millionen Litern Wasser pro Tag versorgt. Um diese Quelle herum findet man dichte Vegetation, ansonsten ist diese im Tsavo West eher dürftig.

Unser Besuch führte uns in den Teil Tsavo Ost. Dieser Teil zeichnet sich durch savannenartige Buschlandschaften und einen größeren Tierreichtum aus. Soweit das Auge reicht, erblickt man nur Savanne, durchbrochen von ein paar Bäumen und Büschen.  

 
 


Allein schon wenn man diese Weite erblickt, merkt man, wie sich die Seele öffnet.

Es gibt allerdings auch ein paar Flüsse durch den Tsavo Ost, an deren Ufern man dichte tropische Vegetation findet.

In den Tsavo fährt man jedoch, um Tiere zu sehen.

Natürlich gibt es keine Garantie für Tierbeobachtungen, da es im Tsavo nicht gestattet ist, ohne erfahrenen Führer zu fahren und die Wege zu verlassen. Dies tut der Faszination aber keinen Abbruch.

Zum Anfang unserer Safari sind wir stundenlang durch die Savanne gefahren und haben weit und breit außer ein paar Vögeln und Schmetterlingen kein größeres Tier zu Gesicht gekriegt.

Gerade als sich Enttäuschung breit machen wollte, hielt unser Fahrer an und sagte: dort, ein Elefant.
Wir haben uns die Augen aus dem Leib geguckt, gesehen haben wir erst einmal nichts.
Erst als uns der Fahrer dann genau gezeigt hat, was er meint haben wir's auch gesehen.
Weit entfernt ein riesiger roter Elefant.



Wenn ich hier schreibe rot, dann meine ich auch rot. Diese Elefanten sind einzigartig, man findet sie nirgendwo anders auf dieser Welt. Natürlich sind die Tiere nicht wirklich rot, aber die Erde im Tsavo Ost hat eine intensive Rotbraun-Orange leuchtende Farbe. Zum Schutz gegen Insekten wälzen sich die Elefanten im Dreck und werden dadurch rot: ungefähr 5,5 Tonnen wie mit Henna beschmiertes Tier - unbeschreiblich schön.

Natürlich viel zu weit weg zum fotografieren, aber : wir hatten unser erstes Tier gesehen.

Im Laufe der zwei Tage haben wir dann fast alles vor die Linse gekriegt, was man aus den gängigen Tierdokumentationen kennt :

Giraffen, Elefanten, Wasserbüffel, Zebras, verschiedene Antilopen, Gazellen, Springböcke, Impala, Warzenschweine, Geier, Adler, viele verschiedene Vögel, Flusspferde, Krokodile und schließlich auch Löwen.

Natürlich waren die Populationen der Tiere nicht so riesig groß, die größeren Herdenzüge erlebt man nur an wenigen Stellen in Kenia (meistens im Nationalpark Massai Mara) und dann meistens im September zum Ende der Regenzeit.

Wir waren zu Beginn der Regenzeit Ende März dort. Aber auch die kleineren Herden hatten ihre Faszination.

Diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen, zu erleben und ihr völlig ungezwungenes Verhalten beobachten zu können, war ein einzigartiges Erlebnis.

Wir werden lange brauchen, um dieses Naturwunder verarbeiten zu können
Ich freue mich schon auf die nächste Dokumentation im Fernsehen - ich werde begeistert wie ein kleines Kind vor'm Fernseher sitzen und jubeln : das da habe ich auch schon gesehen!!!

Übernachtet haben wir in einem Zeltcamp in freier Wildbahn an einem Fluß - das Rauschen im Hintergrund, die Rufe der Flusspferde zum Einschlafen, eine Filmvorführung mit Generatorstrom in der Bar, ein Lagerfeuer vor der Tür und trotzdem ein Fünf-Gänge-Menu zum Abendessen - wunderschön.

Das Zeltcamp liegt genau an der Stelle, an der ein sehr bekannter Film spielt :

 

DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT

Dieser Film hat für mich etwas ganz besonderes, er beruht auf Tatsachen, bezieht sich auf eine afrikanische Legende und ist sehr spannend gemacht und hat wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Herausragend sind natürlich die drei Hauptdarsteller: Val Kilmer, Michael Douglas und die Löwen.

Der englische Ingenieur Jim Patterson (Val Kilmer) erhält den Auftrag in Afrika für eine Bahnlinie zwischen Kenia und Tansania eine Brücke zu bauen. Es gibt einen Wettlauf mit der Zeit, da auch andere Länder ein solches Projekt planen.

Patterson ist ein junger, sehr selbstbewusster Mann, der glaubt, dass ihn nichts und niemand aufhalten kann. Bis er nach Afrika kommt.
Dort heuert er Arbeiter an und beginnt mit dem Brückenbau. Anfangs läuft alles prima, dann jedoch fangen die Schwierigkeiten an. Ein menschenfressender Löwe bricht in das Lager ein und tötet Arbeiter. Patterson und ein paar Freunde machen sich auf die Jagd, um den Löwen zu töten und die völlig verängstigten Arbeiter zu halten. Zwei Freunde Pattersons werden getötet, dann stellt man fest, es sind zwei menschenfressende Löwen !!!
Löwen jagen normalerweise nicht Menschen, dies ist so selten, dass es unter den Afrikanern kaum jemanden gibt, der das kennt - natürlich ein Stoff für eine Legende.
Die afrikanische Legende nennt zwei menschenfressende Löwen : den Geist und die Dunkelheit, beide sollen unbesiegbar sein und menschliche Züge haben : töten nur zum Spass und auch noch die Gedanken der Opfer lesen können.

Im Lager bricht natürlich Panik aus, Patterson versucht, alles menschenmögliche zu tun, um die Löwen zu töten. Schließlich erhält er Hilfe von einem passionierten Löwenjäger (herausragend wild gespielt von Michael Douglas), der mit einer Horde Massai Krieger das Unmögliche vollbringen will.
Aber auch er hat keinen Erfolg, die Massai und die Arbeiter verlassen schließlich bis auf wenige das Lager.

Insgesamt haben die zwei Löwen über 40 Menschen getötet, dies, sowie die afrikanische Legende sind Tatsachen. Auch die Brücke existiert und die Bahnlinie ebenfalls.

Der Film verkörpert mit seinen manchmal mystischen Szenen und den tollen Aufnahmen eine herausragende Leistung und ist unbedingt empfehlenswert.

Zugegeben, der Film ist nicht ganz neu, ich habe diesen Film bis vor kurzem noch nie vollständig am Stück geguckt, weil mich das Thema nicht interessiert hat.

Dies war ein Fehler, wie ich jetzt festgestellt habe. An der Aufmachung dieses Films passt einfach alles.

Vielleicht hat dieser Film auch so eine einzigartige Faszination auf mich ausgeübt, weil ich ihn genau dort gesehen habe, wo früher tatsächlich das Lager von Patterson aufgebaut war - und zwar ein paar Stunden nachdem uns ein paar Löwen  über den Weg gelaufen sind - die Gänsehaut habe ich bei dem Ambiente doppelt und dreifach gratis mitgekriegt!!!

 

Copyright © Gitta Geipel, Deutschland 2010


   

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