Reise in den Norden Thailands- unvergesslich

 Die alte Hauptstadt Siams : Ajuthaja

 

 

Eine Rundreise in das Land des Lächelns gehört zu den schönsten Dingen, die man sich überhaupt antun kann.

Wir reisen viel, aber der Norden von Thailand zählt zu dem traumhaftesten, was unser Planet zu bieten hat.

Zugegeben, das lag wahrscheinlich am vielleicht besten Reiseleiter, den wir je kennengelernt haben. Goko - ein für Thai Verhältnisse riesiger Mann - hat es verstanden, den Norden von Thailand als das Paradies darzustellen.

Angekommen auf dem Flughafen in Bangkok haben wir uns auf der Busreise in das Stadthotel sofort in diese Stadt verliebt. Dieser riesige Moloch wirkte für mich von der ersten Sekunde an faszinierend - hohe Wolkenkratzer direkt neben kleinen Holzhütten am Ufer des Hauptflusses Chaopraja. Die ganze Stadt wird zusätzlich noch durchzogen von unzähligen Kanälen - man nennt Bankgok auch das Venedig des Ostens.

Nach einer erholsamen Nacht in einem erstklassigen Stadthotel haben wir dann gleich am nächsten Morgen eine Stadtrundfahrt mitgemacht - und die war einfach atemberaubend.

Mitten in dieser riesigen und zum Teil sehr quirligen Stadt gibt es unzählige Ruheoasen in vielen kleinen, aber sehr interessanten Tempelanlagen. Ein Highlight Bangkoks, das man unbedingt gesehen haben muss, ist sicherlich auch ein Besuch des Königspalastes. Am Abend eine Flussfahrt mit einem großen Floss auf dem Hauptfluss, umsteigen in ein Schnellboot und cruisen durch die kleinen Kanäle und den Thais in ihren direkt am Wasser gelegenen kleinen Hütten über die Schulter schauen - das war etwas besonderes. Natürlich bietet Bangkok auch eine Unzahl von eleganten Einkaufszentren und Shoppingmalls mit (für europäische Verhältnisse) annehmbaren Preisen. Wer nach dem langen Flug von Deutschland (ca. 12 Stunden) nicht zu müde ist, kann auch am ersten Abend gleich nach der Ankunft einen Ausflug auf einen der vielen großen Strassenmärkte unternehmen - ihr werdet von der Unzahl der angebotenen Waren und der Freundlichkeit der stolzen Thailänder begeistert sein.

Wer also das erste Mal nach Asien fliegen will, sollte unbedingt mit Thailand und einem Besuch Bangkoks den Anfang machen.

Nach dem anderthalbtägigen Besuch der Hauptstadt ging es dann auf zu der Nordthailand - Rundreise.

Von Bangkok über Sukothai, Ajuthaja und Lopburi nach Chiang Mai, der Perle im Norden.

Sukothai und Ajuthaja sind alte Hauptstädte des Königreiches Siam. In Ajuthaja, welches im 8. Jahrhundert fast vollständig niedergebrannt wurde, kann man stundenlang durch Reste dieser alten Königsstadt wandern (wenn man möchte). In einigen Filmen dient die Königsstadt als Kulisse (siehe Bild am Anfang).

Unterwegs haben wir nicht nur die typischen Reiseziele des Landes gesehen, unser oben erwähnter Reiseleiter hat uns auch noch Unmengen über das Leben, die Liebe, die Familie und die Kultur der Thais erzählt.

Zugegeben, schon die klassischen Touristenziele wie Ajuthaja sind eine Augenweide. Aber auch die 'Affenstadt' Lopburi (ungefähr auf halbem Wege) war für uns ein einmaliges Erlebnis - inklusive Affenbiss in den Ars..., da wir uns nicht von unseren Sonnenbrillen trennen wollten, die wollten aber die Affen unbedingt haben. Auch hätten wir stundenlang zuschauen können, wie die tausenden von Affen sich in der ganzen Stadt herumgetrieben haben - zu weit zum Laufen gibt es für die Tiere dort nicht, dann wird eben auf ein an einer Ampel haltendes Auto aufgesprungen und mitgefahren - wir haben vor Lachen fast am Boden gelegen.

 

 

 

Wie Ihr seht, kriegt man bei einer Nordthailand Rundreise eine Menge über die Kultur und die Geschichte des alten Königreiches vermittelt, aber auch eine Menge Spass und Einkaufsmöglichkeiten bieten sich unterwegs.

Das Highlight dieser Rundreise war aber schliesslich der abschliessende Besuch in Chian Mai - genannt auch die Perle des Nordens. In Chiang Mai herrscht ein unglaublich beständiges Klima - es wird selten kälter wie 17 Grad Celsius und fast nie wärmer als 28 Grad. Umgeben und durchzogen von viel Grün ist diese Stadt eine Augenweide - wir haben uns sofort verliebt und wollten gleich hinziehen.

Wir haben dann in einem der prächtigen Einkaufszentren, die es auch in Chiang Mai gibt, zufällig einen Deutschen getroffen, der schon lange dort lebt. Der hat uns dann auch erzählt, dass diese Stadt gerade bei Deutschen sehr beliebt ist, obwohl sie hunderte Kilometer vom Meer entfernt liegt. In der Stadt leben ca. 5000 Deutsche, mehrere deutsche Firmen unterhalten hier Niederlassungen.

Von Chiang Mai aus, das im berüchtigten "Goldenen Dreieck" liegt, kann man unzählige Ausflüge unternehmen. Zum Beispiel mit dem Jeep in die Berge (Ausläufer des Himalaja) fahren, um dort den immer noch abseits jeder Zivilisation und verschlossen lebenden Bergvölkern einen Besuch abzustatten.

Ein Besuch bei den "Langhälsen" - einem Volk bei dem die Hälse der Frauen traditionell mit Metallschlingen um den Hals bis zu einer unglaublichen Länge gestreckt werden, ist auch heute noch ein Abstecher in eine andere Welt.

Auch ein Besuch der "Mong" Bergvölker ist hochinteressant. Diese Bergvölker fallen vor allem durch ihre farbenprächtigen Kleider auf und leben immer noch sehr traditionell und zurückgezogen im Himalaja-Vorland - Strom und fließend Wasser wird man hier vergebens suchen. Wenn sich dann der normale Tourist einmal die Mühe macht, kurz an der traditionellen Körnermühle zu arbeiten, wie das für die Mong selbstverständlich ist, wird man einfaches Brot wieder sehr viel mehr zu schätzen wissen.

Da aber auch die Moderne an den sogenannten "Naturvölkern" in den letzten Jahrzehnten nicht spurlos vorbeigegangen ist, brauchen diese Völker auch für den Zukauf von verschiedenen Luxusartikeln etwas Geld. Leichtes Geld wurde viele Jahre in dieser Gegend mit dem Anbau von Schlafmohn (Opium) verdient - in den sehr abgelegen und nur schwer zugänglichen Bergtälern war eine Kontrolle der Anbauflächen bis vor kurzem kaum möglich - jetzt gibt es ja Hubschrauber. Daher kommt auch der berüchtigte Name "Goldenes Dreieck" - der eine oder andere hat vielleicht schon davon gehört.

Aber nicht nur das Umland von Chiang Mai hat eine Unmenge Interessantes zu bieten, auch die Stadt selber ist wunderschön. Wir können einen Besuch also nur empfehlen, durch die relativ gleichbleibenden klimatischen Bedingungen ist es fast egal, wann man diese Gegend besucht (es ist für den Abend immer die Mitnahme einer Jacke empfehlenswert). Wer es einrichten kann, sollte Chiang Mai  zum Lichterfest einen Besuch abstatten. Dann schwimmen auf den kleinen Flüssen in der Stadt hunderte Schwimmkerzen entlang  und mit Kerzen gespickte kleine Ballons werden in die Lüfte geschickt - die Einheimischen sagen, dass man das unbedingt gesehen haben muss.

Auch ein Besuch auf der etwas abseits gelegenen Elefanten Farm sollte unbedingt eingeplant werden - diesen riesigen Tiere kann man dort beim Baden und Füttern zusehen, einen ca. 2 stündigen Elefanten-Reitausflug in die Berge buchen (einfach phantastisch!!!) oder den Riesen beim Fußballspielen ! zusehen - dieser Tag ist ganz sicher nicht verschwendet.

Aber auch die Schönheit der Stadt, Ihrer Tempel und ihrer Umgebung war nichts im Vergleich zu der liebevollen Betreuung durch unseren Guide - wozu er natürlich seinen gesamten Familienclan eingespannt hat. Diese, zugegebenermaßen geschäftstüchtige Familie, hat in ihrem Restaurant speziell für unsere Reisegruppe (ca 20 Leute) ein Essen zubereitet, wie es alle Leute in Thailand essen, das heißt, es war nicht extra für europäische Mägen gezähmt. Wer das nicht erlebt hat, hat nichts erlebt.

Nach dem Essen hat dann die Familie unseres Reiseleiters ihre Beziehungen spielen lassen und eine Klasse der Kunstakademie der Stadt zu ihrer Prüfung in ihr Restaurant eingeladen. So kamen wir in den Genuss traditionelle thailändische und südostasiatische Tänze von ambitionierten Studenten vorgeführt zu bekommen. Da wir ein paar Jahre später noch einmal zu einem zweiwöchigen Bade- und Erholungsurlaub in Thailand, in Hua Hin waren und dort eine Vorführung einiger Tänze im Rahmen einer Touristenshow gesehen haben, wissen wir heute, dass diese "Privatvorführung" für unsere Reisegruppe eine absolute Besonderheit war, die wir auch nie vergessen werden.

Schlussendlich haben wir uns dann schweren Herzens vom Norden Thailands verabschieden müssen und sind dann zu unserem Bade - Anschlussaufenthalt auf die Insel Koh Samui geflogen.

 

Koh Samui

Diese Insel war viele Jahre lang der absolute Geheimtipp unter den Reiselustigen dieser Welt. Mittlerweile hat ihr Ruf aber auch diese Insel im Chinesischen Meer eingeholt und es in ein touristisch voll erschlossenes Gebiet verwandelt.

Zugegeben, die Strände der Insel gehören zu den schönsten dieser Welt, aber die Preise auf Koh Samui wurden in den letzten Jahren dem Tourismusboom angepasst. Dies merkt man nicht, wenn man direkt aus Deutschland zum Baden dorthin fährt (die Preise für Essen, Trinken und Kleidung liegen immer noch weit unter dem, was wir von zu Hause kennen), wenn man aber aus Nordthailand kommt, wird dies recht deutlich.

Trotzdem ist diese Insel wunderschön, aber außer ein oder zwei kleinen Tempelanlagen, einer riesigen vergoldeten Buddhastatue direkt am Meer und schönen klitzekleinen Ausflugs- und Partyinseln in der Nähe hat sie keine weiteren Highlights zu bieten.

 

Also, zum Baden, Relaxen und Party feiern auf jeden Fall, um aber dieses faszinierende Land kennenzulernen, sollte man sich andere Ziele in Thailand auswählen.

 

Hua Hin

 

Diese Stadt mit der Sommerresidenz des thailändischen Königshauses ist sicherlich auch einen Besuch wert. Hua Hin und das etwas (etwa 10 km) abseits gelegene Cha Am haben eine Menge Charme.

 

Wobei Hua Hin das Touristenzentrum ist, wo man alles finden kann, was die thailändischen Klischees bemühen : Einkaufszentren, Boutiqen, Schneidereien, Juweliere, Touristenmärkte, Hotels in allen Kategorien, unzählige Restaurants, Bars und kleine Seitenstrassen für die verkäufliche Liebe.

 

Cha Am hingegen liegt etwas abseits vom Schuss - es ist dort zwar etwas ruhiger und gemütlicher, aber es gibt auch keine Einkaufs- und Essensmöglichkeiten außerhalb der Touristenanlagen. Da die Preise für diese Dinge in den Hotels doch sehr viel höher als in der Stadt Hua Hin sind, sollte man sich bei der Auswahl des Reisezieles Cha Am genau überlegen, ob es das ist was man will (und bezahlen kann).

 

Von beiden Orten aus kann man jedoch , wenn man nicht nur an einem der schönen Strände liegen und baden möchte, einige Ausflüge in die Umgebung machen. Ein Besuch auf einem schwimmenden Markt sollte sich kein Thailand Urlauber entgehen lassen. Auch eine Elefanten Farm kann man im Rahmen eines Tagesausfluges besuchen, genau so wie ein Tagesausflug zu der Brücke am Kwai (bekannt aus dem gleichnamigen Film) ganz sicher nicht fehlen sollte.

 

Wer dann ganz mutig ist und eine Menge Glück hat, kann von dort aus auch einen Zweitagesausflug in das Nachbarland Myanmar (Burma) unternehmen, dessen Grenze nur ca. 170 km entfernt von Hua hin liegt. Man sollte jedoch wissen, dass es an dieser Grenze immer wieder zu Übergriffen von Rebellen kommt und ein Ausflug daher nicht ganz ungefährlich und nur zeitweise empfehlenswert ist. Unbedingt also bei einem seriösen Reiseanbieter vor Ort nach der aktuellen Lage fragen und sich an die Empfehlung halten !!! (auch wenn einem dann, so wie uns, ein Trip in das Nachbarland entgeht)

 

Zum Schluss noch ein paar Worte der Warnung: Thailand ist wunderschön, die Leute sind unglaublich gastfreundlich und kein Alleinreisender (auch Frauen nicht) hat etwas von den Thais zu befürchten. Da Thailand jedoch leider einen gewissen Ruf als Land der Sextouristen hat, muss man sich vorher genau informieren, wo man hin will.

 

Wer also nicht die Zentren der käuflichen Liebe sucht, sollte sich zu einem Besuch Nordthailands oder aber auch Zentralthailands entschliessen. Zum Baden und Relaxen empfehlen wir Hua Hin, Koh Samui, die Phi Phi Islands und Puket (die einschlägigen Zentren sind dort zwar vorhanden, aber abseits und nicht aufdringlich, so dass man diese locker meiden kann). Angebote zum Badeurlaub am Rande Bangkoks, in Jomtien und Patthaja sollten mit Vorsicht genossen werden. Diese Empfehlungen stammen übrigens nicht nur von uns, sondern auch von einem Mitarbeiter der thailändischen Botschaft in Deutschland, den wir bei einem unserer Thailandaufenthalte kennengelernt haben.

 

Copyright © Gitta Geipel, Deutschland 1994


   

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